Entwurf ELBBERG Stadt – Planung – Gestaltung mit Trüper, Gondesen Partner


Städtebaulich-freiraumplanerisches Gutachterverfahren

Ebertpassage / Neuer Markt in Pinneberg

Qualitäten und Chancen: Die Stadt Pinneberg verfügt über ein hohes Potenzial in ihrer stadträumlichen Struktur und Raumqualität, die es weiter herauszuarbeiten gilt. Die Drostei ist der Identitätsanker Pinnebergs vis á vis zum Rathaus; beide fassen den Drostei-Platz in einem spannungsreichen Gegenüber als Ort der Begegnung von Wirtschaft und Politik. Hier schlägt das „Herz der Stadt“. Deshalb sollten alle städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen diese „Mitte an der Drostei“ stärken. Eine vielfach diskutierte „Neue Mitte“ braucht Pinneberg nicht.

Das weitere Einzelhandelspotenzial von ca. 12.000 m² BGF wird - bei entsprechender Anordnung im Stadtkörper – zu einer weiteren Stärkung der Innenstadt führen.

Die Pinnau sollte aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt und als Potenzial für die Gestaltung des nördlichen Innenstadtzugangs genutzt werden, sie kann aber auch als natürliche Grenze  der Innenstadt und somit auch zur Begrenzung der Einzelhandelslagen dienen.

Schwächen und Gefahren: Denn heute zeigt sich die fehlende Balance in den Einzelhandelslagen der westlichen und östlichen Dingstätte. Neben den vielfach wenig zeitgemäßen Flächenangeboten hat die Fußgängerzone schwächelnde Randlagen und es besteht die Gefahr des weiteren Niedergangs der Randlagen, hier insbesondere der Einzelimmobilien wie PIZ und  Pinnau-Center.

Lange Laufwege zu den neu zu installierenden Einzelhandelsflächen (z.B. zur heutigen Markt- und Parkplatzfläche nördlich der Pinnau) gilt es deshalb zwingend zu vermeiden. Das Fazit bei der Beurteilung der Ausgangslage muss deshalb lauten: Nur eine kompakte Ergänzung der bestehenden Handelslagen wird zu einer Stärkung der Innenstadt insgesamt beitragen!

Die Strategie - Die kompakte Innenstadt: Die durch die Verlegung der Friedrich-Ebert-Straße frei werdenden Flächen sollten intensiv genutzt und (auch) bebaut werden. So gelingt eine attraktive und kompakte Weiterentwicklung der Innenstadt in Richtung Pinnau. Ganz nebenbei wird damit die Straßenverlegung auch stadtwirtschaftlich sinnvoll und kann durch Flächenerlöse gegenfinanziert werden.

Die kompakte Ergänzung wird die „Mitte an der Drostei“ stärken. Es werden kurze Laufwege entstehen, gemischte Nutzungen in einer angemessenen Dichte erschließen sich über Rundläufe durch die Innenstadt. Die neuen Einzelhandelsflächen werden von der Ebertpassage nach Süden an die westliche Dingstätte angebunden. So verzahnen sich die Neubauvorhaben in spannungsreicher Form mit den bestehenden Einzelhandelslagen.

Die Multifunktionsfläche, der Park- und Festplatz, verbleibt an seinem Standort und dient nach seiner Umgestaltung als Ergänzungsparkplatz und Sondernutzungsfläche außerhalb des inneren Stadtkerns.

Spannungsreiche Raumfolgen erzeugen: Die Rathauspassage wird aufgenommen und in der neuen Ebertpassage als neuer belebter Fußgängerbereich bis zum Pinnauplatz fortgeführt. Eine spannungsreiche Folge von Plätzen und Gassen entsteht in einer Maßstäblichkeit, die den Platz an der Drostei als Mittelpunkt Pinnebergs betont. Einzelhandel, Wohnen und Büroflächen machen die neuen Stadträume zu einem ganztägig belebten Stadtbaustein.

Die Pinnau wird aufgewertet und als natürliche Grenze der Innenstadt erlebbar gemacht. Die Ausgestaltung attraktiver Entrées am Pinnauplatz und Entrée-West an der westlichen Dingstätte machen die Innenstadt kompakt erlebbar und bilden attraktive Pendants zum Entrée-Ost an der Dingstätte/Fahltskamp.

Einzelhandelsflächen sinnvoll ordnen: Der Wochenmarkt verbleibt auf dem Drosteiplatz, durch das „Aufräumen“ und eine zurückhaltende Gestaltung gelingt es, die geforderten Marktfunktionen attraktiv und funktional auf dem Platz einzuordnen.

Der SB-Markt erhält nunmehr den Standort am Pinnauplatz (ein alternativer Standort südlich der Ebert-Passage bei Kunstmann wäre ebenfalls möglich, Flächentausch mit Elektronikmarkt). Das Parken erfolgt überwiegend auf einem aufgesattelten Parkdeck. Ebenerdig werden 16 „Frauenstellplätze“ mit Zufahrt von der verlegten Friedrich-Ebert-Straße angeboten.

Der Textilmarkt, Schuhmarkt und die Textil/Sport-Flächen werden im Umfeld der VR-Bank angeordnet. Zugänge, auch zu den ergänzenden Shop-Angeboten erfolgen aus der neuen Ebertpassage.

Der Elektronikmarkt wird in zwei Geschossen südlich des Pinnauplatzes angeordnet. Das Parken erfolgt hier in einer Tiefgarage, ggf. in Kombination mit der Bestands-Tiefgarage des Textilhauses Kunstmann. Die Anfahrt und Anlieferung erfolgt von der Elmshorner Straße.

Am Entrée-West entstehen ergänzende Handels- und Dienstleistungsflächen mit aufgesattelter Wohnnutzung.

Freiraumplanerisches Konzept – Leitgrün: Entsprechend der städtebaulichen Entwicklung der Pinneberger Innenstadt sieht auch das freiraumplanerische Konzept eine Hinführung zur Mitte vor.

Baumbestandene Plätze markieren die Eintritte in die Fußgängerbereiche der Innenstadt. Von hier führen Baumreihen aus den seitlichen Straßen, wie der Dingstätte, auf den Drosteiplatz. Auf dem Platz markieren die alten Bestandsbäume die gewachsene Mitte der Stadt. Sie leiten im Norden in den Drosteipark und im Süden führen die doppelreihigen Linden entlang der Bismarckstraße zur Pinnau und in den angrenzenden Landschaftsraum.

Entsprechend der Dingstätte leiten Baumreihen aus Schwarzerlen vis á vis zur Rathauspassage in den erweiterten Innenstadtraum und führen zum neuen Pinnauplatz. Hier markiert die Pinnau den Abschluss der Innenstadtentwicklung, auf der „Stadtseite“ begleiten Baumreihen die Promenaden am Wasser und auf der „Landseite“ sind es lockere Baumgruppen aus den Grünräumen der Pinnau.

Drosteiplatz: Die Erweiterung der Pinneberger Innenstadt geht von der gewachsenene Mitte, dem Drosteiplatz, aus. So wahrt Pinneberg seine Wurzeln und seine Identität. Eine neu gestaltete Mitte an der Drostei soll in erster Linie ein Ort der Begegnung für die Bürger sein, ein Ort für Veranstaltungen, Feste und Märkte.

Auf der anderen Seite zielt eine neue und einheitliche Platzgestaltung darauf ab, das alte und neue Pinneberg zu verbinden. Von der Drostei bis zum Rathaus wird ein einheitlicher Pflasterteppich ausgebreitet. Sandfarbene Granitpflastersteine in unterschiedlichen Formaten und Schattierungen betonen die „Gute Stube“ der Stadt. Zwei Platzintarsien gliedern den Platz an den Längsseiten, öffenen sich zur Drostei und geben dem Platz somit eine eindeutige Ausrichtung. Das Rathaus hebt sich mit seinem vorgezogenen Treppenpodest aus dem Platz hervor. Zwischen Rathaus und Drostei  bilden die alten Bestandsbäume eine transparente räumliche Zäsur, gliedern den Platz in den überfahrbaren Bereich vor dem Rathaus und den komplett verkehrsberuhigten Vorplatz der Drostei. In den seitlichen Pflasterintarsien aus anthrazitfarbenen Granitkleinpflaster sind paarweise leicht geneigte Veranstaltungsmasten und Sitzbänke angeordnet. Die Masten leuchten den Stadtraum im Alltag aus, können aber auch Veranstaltungen, public viewing und Feste individuell illuminieren und mit Sound bespielen. Damit wird der Drosteivorplatz zur Bühne. Für den regelmäßigen Wochenmarkt  werden Wasser- und Stromanschlüsse bereitgestellt.

Westlich des Drosteiplatzes wird die Bastion vor der ehem. Kreissparkasse durch eine Treppenanlage ergänzt und mit zwei Friedenseichen betont.

Der neue Pinnauplatz: Die Pinnau bildet den räumlichen Abschluss der Innenstadtentwicklung und soll erlebbar und identitätsstiftend in den Stadtraum integriert werden. Auf dem Pinnauplatz führen Terrassen und Sitzstufen über mehrere Ebenen ans Wasser. Mit der angrenzenden Außengastronomie wird ein lebendiger Stadtplatz entstehen, der die namensgebende Pinnau erlebbar macht und ins Stadtbild zurückholt. Der Pinnauplatz ist, wie der gegenüberliegende Festplatz, Retentionsraum für die jährlichen Hochwasser der Pinnau. Auf beiden Plätzen stehen lockere Großbäume wie Weiden und Erlen, die in der Innenstadt den Bezug zum Landschaftsraum Pinnau herstellen.

Hamburg, Lübeck
06.05.2011
© ELBBERG Stadt – Planung – Gestaltung mit Trüper, Gondesen Partner


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