Entwurf Düsterhöft-Architektur & Stadtplanung mit Mareile Ehlers Landschaftsarchitektur und Landschaftsarchitektur+ Felix Holzapfel-Herziger




LEITBILD UND ENTWURF

Durch die geplante Verlegung der Friedrich-Ebert-Straße bietet sich die Chance, die Innenstadt in ihrer gewachsenen Struktur zu ergänzen und an den Fluss heran zu führen und gleichzeitig verloren gegangene Freiraumpotenziale der Pinnau neu zu beleben und als Identität stiftende Werte für das Ortszentrum zu nutzen.

Eine neue und klar definierte Stadtkante zur Pinnau wird einem offenen, landschaftlich gestalteten Freiraum nördlich des Flusses gegenüber gestellt. Dieser umfasst den Bereich zwischen der ehemaligen Flussschleife der Pinnau und dem jetzigen, begradigten Pinnau-Lauf. (siehe Abb. 1792, 1936, 2011).

Das Ortszentrum wird durch eine Mischung aus Handel, Dienstleistung, Kultur und Wohnen gestärkt. Neue Passagen und Fußgängerbereiche – die Ebert-Passage und die nicht überdachte Pinnau-Passage – vernetzen die Einkaufswege von der Rathauspassage nach Westen und Süden zur Unteren Dingstätte und nach Norden bis zur Pinnau.

Die Drostei und das Rathaus werden in ihrer zentralen Funktion in der Stadt herausgestellt:

Das Rathaus ist ein markanter Bau der Moderne aus den 1960er Jahren und soll zum städtebaulichen Bezugspunkt eines neuen Rathausplatzes werden.

Die historische Stadttopographie vom „Stadthügel“ mit der Drostei bis hinunter zum Fluss wird im öffentlichen Raum als Abfolge von Plätzen und Wegen inszeniert:
der lang gestreckte Drostei-Platz wird offen und schwellenfrei umgestaltet. Er wird neuer Standort des Wochenmarkts. Dieser „Neue Markt“ geht in den Rathausplatz über, welcher als Entrée zur Innenstadt fungiert und in die offene Pinnau-Passage hineingeführt. Von dort öffnet sich der Blick nach Norden auf den neuen Pinnau-Park.

Der urbanen Gestaltung des südlichen Pinnau-Ufers mit befestigten Platzflächen und Stufen bis zum Wasser steht eine großzügige landschaftlich-parkartige Prägung auf der Nordseite gegenüber. Weite Rasenflächen werden von einer Baumkulisse im Norden umfasst. Das Gelände wird mit leichtem Gefälle zur Pinnau hin abgetragen (von ca. 3.00 auf 1.50 m NN), so dass wieder Hochwasser-Retentionsräume entstehen können. Um den Fluss besser erlebbar zu machen, wird er an dieser Stelle aufgeweitet.

Der bauliche Schwerpunkt in diesem Bereich ist das Hotel „Brauerei“, ein Solitärgebäude mit Wasserbezug. Der Biergarten befindet sich an der wichtigen und frequentierten Fußwegeverbindung zwischen Parkplätzen und Innenstadt. Der von Westen her kommende Uferweg an der Pinnau wird weitergeführt. Für eine Wegeanbindung nach Osten an der neuen Friedrich-Ebert-Brücke ist eine Verbindung z.B. über Holzstege denkbar. 

Ein Großteil der Parkplätze wird im Norden an der neuen Friedrich-Ebert-Straße angeordnet. Sie sind gleichzeitig Verfügungsflächen für Veranstaltungen und Ausweichstandort für den Wochenmarkt. Ergänzt wird diese ca. 5.200 m große, befestigte Fläche durch die benachbarten Freiflächen im Pinnau-Park.

Durch die klare Organisation und Übersichtlichkeit der öffentlichen Räume wird Orientierung geschaffen. Angsträume werden vermieden, unter anderem durch Nutzungsmischung.

Nutzungen

Die neuen, z.T. großflächigen Einzelhandelseinrichtungen (Sport, Textil, Schuhe, Lebensmittel und Elektro) konzentrieren sich überwiegend im Erdgeschoss um die neue Ebert–Passage, die Pinnau-Passage und den Rathausplatz. Der mehrstöckige Mediamarkt wird als gläserner Kopfbau zum Platz gestalterisch besonders ausformuliert und wird nachts als Lichtskulptur das Entree zum Ortszentrum markieren.

Zur Aktivierung der westlichen Dingstätte wird ein größerer Lebensmittelmarkt an der Einmündung Kleine Elmshorner Straße platziert. In den Obergeschossen sind überwiegend Flächen für Dienstleistungen und Wohnen bzw. besonderes Wohnen untergebracht, die jeweils über separate Eingänge erschlossen werden. Die Bewohner können auf kurzem Wege alle städtischen Angebote erreichen und tragen selbst zur Belebung der neuen Geschäftsbereiche bei.

Die geschlossene und überdachte Ebert-Passage vervollständigt das Flächenangebot für weitere, kleinteilige Einzelhandelsbetriebe und private Dienstleister.

Erschließung

Die Erschließung und Anlieferung der großen Handelsnutzungen erfolgt über die neue Friedrich-Ebert-Straße, die kleine Elmshorner Straße und die hintere Ebertgasse. Die übrigen Flächen sind für Anlieferung, Rettungs- und Müllfahrzeuge und reservierte Stellplätze befahrbar. Eine mögliche Koppelung mit der Ampelschaltung an der Einmündung Bismarckstraße ist im weiteren Planungsverlauf zu präzisieren. In den Untergeschossen sind die Stellplätze und zusätzliche Lagerflächen untergebracht.

Eine stufenweise Entwicklung des Areals ist möglich mit einer Trennung der Hauptbaukörper an der bestehenden Friedrich-Ebert-Straße. Die Zufahrt zur Tiefgarage und die Anlieferung verläuft in Stufe 1 von dort aus, in Stufe 2 wird das Untergeschoss angekoppelt und die Hauptzufahrt an die neue Straßenführung verlegt.  

Die Unterbringung des für den Einzelhandel erforderlichen Flächen des ruhenden Verkehrs – 520 Stellplätze – erfolgt zu 50 % ebenerdig, weitere sind in der Tiefgarage und im Obergeschoss des Lebensmittelmarktes untergebracht, im Innenhof bleiben 20 Stellplätze für die Kunden der Bank erhalten. Die bestehenden Tiefgaragen an der westlichen Dingstätte können angeschlossen werden.

Bauliche Gestaltung

Die Baukörpergestaltung orientiert sich an der gegliederten Struktur des Bestandes am Drosteiplatz und der Dingstätte, sie muss aber gleichzeitig auch der Unter-bringung mehrerer großflächiger Nutzungen im Erdgeschoss Rechnung tragen. Als Traufhöhe wird eine mittlere Höhe von ca. 15.50 m und von 4 Vollgeschossen eingehalten, welche durch zusätzliche Staffelgeschosse variieren. Bedingt durch die Gefällesituation kann eine modifizierte Staffelung in Richtung Pinnau erfolgen.

Team

Büro Düsterhöft  Architektur und Stadtplanung
Landschaftsarchitektur Mareile Ehlers
Landschaftsarchitektur+   Felix Holzapfel-Herziger

Mitarbeiter

Frank Schneider
Maximilian Müller
Annett Jähnig
Claudia Dahnke
Clara Redlich
Julian Behnisch
Annika Henne
Kira Stoepel
Sabrina König

Verkehrsplanerische Beratung durch: ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung

© Düsterhöft-Architektur & Stadtplanung mit Mareile Ehlers Landschaftsarchitektur und Landschaftsarchitektur+ Felix Holzapfel-Herziger


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