Entwurf Arge AC Planergruppe mit Bendfeldt | Herrmann | Franke


Pinneberg, Innenstadtentwicklung
Arge AC Planergruppe mit Bendfeldt | Herrmann | Franke

Konzept

Idee
Eine Freiraumspange verbindet die Pinneberger Altstadt über die Pinnau zum neuen Einkaufserlebnis. Die Pinnauniederung rückt ins Stadtzentrum. Der Pkw - orientierte, großflächige Einzelhandel rückt an die neue Trasse der Friedrich - Ebert - Straße. Es entsteht ein großzügiger, von Autoverkehr freigehaltener Stadtraum. Eine durchlässige Blockrandergänzung formt die südliche Platzkante und stärkt den Einzelhandel in der westlichen Dingstätte.

Quartier Ebert-Passage
Die Bebauung der westlichen Dingstätte wird in Fortführung der Altstadtstruktur zu einem neuen Quartiersblock ergänzt. Dieser ist in zwei Bereiche gegliedert. Im Westen entsteht durch bauliche Ergänzungen ein auf die Pinnau ausgerichtetes Wohnquartier um den vorhandenen grünen Innenhof. Die Stellplätze werden in einer Tiefgarage untergebracht.
Den Eingang der unteren Dingstätte markiert ein zurückgesetzter neuer vier-geschossiger Baukörper, der durch die Platzaufweitung die Verbindung zwischen Drosteiplatz und unterer Dingstätte betont. Im Erdgeschoss befinden sich Läden, darüber entstehen attraktive Wohnungen am historischen Marktplatz.
Die kräftige Blockrandschließung im Norden bildet zugleich die südliche Platzkante des neuen Stadtraumes. Die fünf-geschossigen Baukörper in frischer zeitgemäßer Architektur gliedern sich in eine zurückgesetzte zwei-geschossige verglaste Ladenzone mit innenstadtstärkendem großflächigen Einzelhandel (Textil/Sport und Schuhe) sowie drei Etagen für Wohnen. Die auf den Stadtplatz ausgerichteten Erschließungszonen dienen zugleich als Freibereiche. Die Gestaltung der Sockelzonen greift das Arkadenthema auf. Die verkehrliche Erschließung des Blocks erfolgt von Elmshorner Straße.
Offene bzw. transparent gestaltete Passagen verknüpfen die Altstadt mit dem neuen Stadtraum. Die Durchlässigkeit stärkt die bislang wenig belebte untere Dingstätte. Auch die bestehende Passage wird in die Umgestaltungsmaßnahmen einbezogen. Die Passagen werden nachts illuminiert, um Angsträume zu vermeiden.

Freiraumachsen
Der historische Bezug zur Drostei ist Impulsgeber für die Freiraumachsen.
Der bereits sanierte Drosteiplatz im Altstadtzentrum führt von der Fußgängerzone zum Gelenkpunkt am Rathaus.
An diesem Platzraum lenkt eine prägnante Gestaltung die Laufrichtung in Richtung Erlebnisraum Pinnau um. Der geschwungene Verlauf der Pinnau greift historische Wasserspuren auf und führt den Fluss näher an die Altstadt heran. Über Sitzstufen ist der Zugang zum Wasser für Freizeit- und Erholungsnutzung (auch für Paddelboote) möglich. Das Queren der Pinnau inszeniert ein breites Brückenband, das mit Schlitzen Blicke aufs Wasser lenkt. Die Freiraumspange geht in eine Platzfläche an der Erlebnisbrauerei über, die den Hauptzugang des neuen Einzelhandelszentrums bildet. Der Baumplatz fördert ein einladendes Milieu mit Sitzen amWasser.

Ruhender Verkehr
An der Westseite der neu verlegten Friedrich-Ebert-Straße bieten 50 öffentliche Parkplätze südlich der Pinnau ein zentrumsnahes Angebot.
Die Stellplätze des Einkaufszentrums sind hochwassersicher und gut belichtet im Erdgeschoss des Gebäudes sowie im Freien entlang der verlegten Straße vorgesehen. Angsträume werden so vermieden.
Linksabbieger können die Stellplätze von Süden her über eine Abbiegespur mit Rückstaufahrbahn erreichen. Die neue Blockrandschließung an der südlichen Platzseite erhält Tiefgaragen, die über die Elmshorner Straße angefahren werden. Zusätzliche Stellplätze befinden sich im Blockinnenbereich.

Marktplatz
Für den Wochenmarkt kann zukünftig die Marktfläche im Altstadtzentrum genutzt werden. Die herausgehobene zentrale Marktlage lockt zum Einkauf ins atmosphärische Zentrum von Pinneberg. Einbauten und wenige Baumstandorte können für die Marktnutzung mit geringem baulichen Aufwand angepasst werden. Eine ergänzende Platzfläche von 5.700 qm steht vom Vorplatz Rathaus bis zur Pinnau für Sonderveranstaltungen zur Verfügung.

Pinnau
Der Verlauf der Pinnau erhält zwischen Elmshorner Straße und Bismarckstraße eine geschwungene Linienführung mit einer Aufweitung nach Süden. So entstehen attraktive, südexponierte Freiflächen für Freizeit- und Erholungsnutzung und Sitzangebote amWasser. Bei hohemWasserstand werden diese uferbegleitenden Flächen geflutet, ohne dass ihre Funktion beeinträchtigt wird. Auch bei einemWasserstand von +3,50m bleibt die Freiraumachse, die sich über die Niederung der Pinnau spannt, nutzbar. Das grüne Band der Pinnau erhält mehr Raum und kann seine wasserwirtschaftliche und stadtökologische Funktion stärken, aber auch neue Angebote für Freizeit- und Erholungsnutzung schaffen.

Material
Die Oberflächengestaltung führt die eingeführten Materialien der Fußgängerzone fort. Die Freiraumspange über die Pinnau ergänzt diese Oberfläche mit großformatigen Platten in minimalistisch modernem Design.

Licht
Das Beleuchtungskonzept betont die Atmosphären der Räume Altstadt, Gelenk am Rathaus, Freiraumachse und Pinnauniederung. Als Höhepunkt des öffentlichen Raumes erhält die Pinnauquerung eine dezente Lichtinszenierung. Pinnauband und Platzflächen wirken sicher und einladend. Leuchten mit LED-Technik sorgen für eine besonders robuste und energiesparende Beleuchtung.

Städtebau
Durch eine Weiterentwicklung der städtebaulichen Figur des historischen Kerns an der Drostei in Richtung Nordwesten erhält Pinneberg eine Entwicklungschance, die in Etappen realisierbar ist. Westlich der VR-Bank ergänzen modern - frische Quartiersblöcke die Bebebauung der westlichen Dingstätte und bilden den Abschluss der Pinneberger Altstadt. Öffentliche Passagen sorgen für eine hohe Durchlässigkeit und verknüpfen die westliche Dingstätte mit dem neuen Platzraum im Norden. Großflächiger Einzelhandel, Gastronomie und Stellplätze bilden am nördlichen Ortsrand der Innenstadtentwicklung eine funktionale und räumliche Einheit. Im Nordosten wird der Platzraum durch ein multifunktional nutzbares drei- bis vier-geschossiges Bürogebäude zwischen der neuen Straßentrasse und der Bismarckstraße gefasst, dass auch die angrenzenden Wohnlagen abschirmt.

Verkehrskonzept
Die verlegte Friedrich – Ebert - Straße bietet eine ungestörte neue Mitte für Pinneberg. Die Herausnahme des Durchgangsverkehrs entlastet die Freiräume der Innenstadt. Die neue Straßenführung ermöglicht eine optimale Erschließung des innenstadtergänzenden kfz – orientierten, großflächigen Einzelhandels von Norden und Nordosten.
Die zentrale Innenstadt wird Aufenthaltsbereich. Passagen in Nord-Südrichtung verknüpfen die Altstadt mit dem neuen Stadt- und Erlebnisraum an der Pinnau. Zusätzliche fußläufige Verknüpfungen vernetzen die Altstadtergänzungen auch in Ost -Westrichtung. Die neue Friedrich – Ebert - Straße erhält nur auf der Ost- und Nordseite einen getrennten Geh- und Radweg. Die Radwege aus und in Richtung Norden werden über den neuen Stadtraum und die heutige Friedrich-Ebert-Straße geführt.

ARGE
AC Planergruppe GmbH, Itzehoe/Rostock
Bendfeldt Herrmann Franke, Kiel/Schwerin
Beratung Hochbau: architekturbüro uwe hempfling, Rostock
Beratung Verkehr: Wasser- und Verkehrs-Kontor, Neumünster
© AC Planergruppe mit Bendtfeld – Hermann - Franke


Diskutieren Sie den Entwurf im Forum

Entwurfs-PDF Blatt 1 herunterladen
Entwurfs-PDF Blatt 2 herunterladen
Entwurfs-PDF Blatt 3 herunterladen


zurück
weiter

Innenstadtentwicklung, Entwurf M 1:1000


FORENLISTE (Beiträge)
Hauptforum Neue Beiträge: 0 Beiträge gesamt: 192 Livediskussion 26.05.11 Neue Beiträge: 0 Beiträge gesamt: 39 Livediskussion mit der Verwaltung Neue Beiträge: 0 Beiträge gesamt: 32
Hinweise zur Neugestaltung: 187
Feedback & Hilfe: 38
Entwurf Düsterhöft Ehlers Holzapfel-H: 11
Entwurf AC Planergruppe-BHF LaArch: 10
Entwurf PPP/WES: 9
Entwurf ELBBERG/TGP: 8
FREUNDE EINLADEN
Freunde einladen!