Entwurf petersen pörksen partner architekten + stadtplaner | bda WES & Partner Landschaftsarchitekten


Gutachterverfahren Ebert- Passage/ Neuer Markt in Pinneberg

Entwurfsverfasser:
petersen pörksen partner architekten + stadtplaner | bda, Hamburg, Lübeck
Mitarbeiter/in: Karen Mehnert, Achim Meyerhofer, Michael Wolf
WES & Partner Landschaftsarchitekten, Hamburg
Mitarbeiterin: Julia Kattinger
Beratung Verkehr und Hochwasser:
Masuch + Olbrisch Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH, Oststeinbek

Städtebauliches Konzept
Stadträumlich wird die Idee der in Nord- Süd- Richtung verlaufenden übergeordneten „Kultur- und Freizeit-Achse“ aufgegriffen und an die Pinnau herangeführt. Wie an einer Perlenkette werden der Bahnhof, die Drostei mit Museum und Park sowie das Rathaus und der Marktplatz aneinander aufgereiht. Diese Achse wird über den neuen Ebert- Platz und die Ebert- Passage an die Pinnau geführt und erhält dort mit dem neuen Festplatz ihren räumlichen Abschluss.
Die neue Friedrich- Ebert- Straße wird in ihrem Querschnittprofil reduziert, als Allee ausgebaut und damit gegenüber ihrer heutigen Barriere-artigen Wirkung deutlich harmloser ausgebildet.
Die Zugänge zum Stadtzentrum werden in diesem Zuge räumlich eindeutig inszeniert.
Das eigentliche Plangebiet wird durch eine Überlagerung räumlich- funktionaler Bezüge in einzelne Baublöcke und- felder gegliedert und mit der bestehenden städtebaulichen Struktur verwoben. Parallel zur Dingstätte wird nördlich versetzt eine zweite Ost- Westverbindung eingeführt, die von dem Eingang Rathaus/ Rathauspassage ausgehend sich in Höhe der Ebert-Passage aufspreizt und an zwei Punkten bis an die Elmshorner Straße geführt wird. An zwei Punkten wird diese Ost- West- Verbindung nach Süden mit der Dingstätte und nach Norden mit der Pinnau- Promenade verbunden. Die Schnittstelle zwischen Ost- West- Verbindung und Ebert- Passage wird als „Gelenk“ und Mittelpunkt der Innenstadterweiterung mit einem Brunnen und einem Baum- Solitär markiert. Ein markantes Kopfgebäude bildet das vis-a-vis zum Rathaus-/ Rathauspassage. Zwischen beiden Gebäuden spannt sich als zentraler Ort der Stadterweiterung der neue „Ebert- Platz“, an dem sich die Haupteingänge aller Verbrauchermärkte konzentrieren.

Die Ebert- und die Dingstätten- Passage gliedern die Bebauung nördlich der Dingstätte in 3 Blöcke, deren Ränder ergänzt bzw. neu gefasst werden. Diese Blöcke geben den städtebaulichen Maßstab für die nördlich gelegenen drei Baufelder mit den Verbrauchermärkten vor. Die Ebert- Passage wird über den neuen Ebert- Platz an die Pinnau heran und über einen Fußgängersteg über die Pinnau hinweg bis auf den neuen Fest- / Parkplatz und die Brauerei als baulichen Schlußstein, geführt. Die bauliche Erweiterung der Innenstadt wird an dem südlichen Pinnau- Ufer durch eine Wohnbebauung abgeschlossen.

Nördlich der Pinnau wird ein „Vorfeld“ als Fest- /Parkplatz mit Uferpromenade, sowie den Gebäudesolitären Brauerei/ Hotel, Kirche und Schnellrestaurant, vorgeschlagen. Im nordwestlichen Plangebiet werden die vorhandenen beiden Wohngebäude durch einen dritten Baukörper zu einem Gesamtensemble mit einem grünen Wohnhof, durch den die Pinnau fließt, ergänzt. Nordöstlich der neuen Friedrich- Ebert- Straße wird an Stelle einer Lärmschutzwand eine begleitende bandartige Wohnbebauung, die die Straße fasst und ihr den Charakter einer Umgehungsstraße nimmt, angeregt.

Die Höhenentwicklung der Gebäude orientiert sich am Bestand und staffelt sich von I- II Geschossen in den Blockinnenbereichen bis zu IV Geschossen am Blockrand und Vgeschossigen Gebäudeköpfen am Ebert- Platz, die als städtebauliche Setzungen zu verstehen sind.

Nutzungskonzept
Die großflächigen Einzelhandelsnutzungen sind rund um den neuen Ebert- Platz angeordnet.
Die Verkaufsflächen befinden sich überwiegend im Erdgeschoss sowie teilweise im 1. Obergeschoss (Elektronik- und Sportartikelmarkt). In den Obergeschossen über den großflächigen Verbrauchermärkten befinden sich teilweise Parkgeschosse sowie an den Rändern und in den Gebäudeköpfen Wohn- und Dienstleistungsnutzungen. Im südlichen Plangebiet wird an den Blockrändern eine Nutzungsmischung aus Gewerbe- und Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss und Wohn- bzw. Dienstleistungsnutzungen in den Obergeschossen vorgeschlagen. Weitere Wohnnutzungen sind am westlichen Quartiersrand an der Pinnau, entlang der Pinnau- Promenade (Altenwohnen) sowie entlang der Friedrich-Ebert-Straße vorgesehen. Sonderbausteine sind die Brauerei mit Außengastronomie und Hotel, das Schnellrestaurant sowie die Kirche am nördlichen Pinnau- Ufer.

Freiraumkonzept
Das neue Pinneberger Zentrum vereint alte und neue Stadträume mit zwei zentralen Plätzen an den beiden Weggabeln. Beide Plätze, Drosteiplatz und Ebertplatz, sind im „Rundlauf“ über die Ebert- Passage und die Dingstätte miteinander verbunden und können gemeinsam „bespielt“ werden. Der Drosteiplatz ist vor wenigen Jahren neu gestaltet worden und ist funktional und materiell weitgehend intakt. Daher wird er nur punktuell und präzise verändert: die südwestliche Ecke zur Dingstätte wird räumlich auf die vorhandenen Gebäudefluchten zurückgebaut, die Brüstung der „Bastei“ zugunsten von Sitzstufen und Bänken entfernt und das „Halbrund“ vor dem Drosteieingang durch eine Rhododendron-Bepflanzung räumlich gefasst. Die westliche Platzseite wird funktional entlastet (öffentl. Telefon, Fahrradständer etc.) und „aufgeräumt“. Der Platzbelag, die vorhandenen Stufen und Sitzbänke bleiben ebenso wie die Platzbäume erhalten. Das Plateau vor dem Rathaus wird in der Hauptstadt der Baumschulen als Terrasse mit großen Pflanzschalen verstanden. Der Ebert-Platz bildet das Gelenk zwischen alter und neuer Innenstadt und wird durch einen zentralen Brunnen und einem Baumsolitär bespielt.

Der Wochenmarkt erhält seinen zentralen Standort auf dem Drosteiplatz und kann sich, je nach Bedarf, in die Dingstätte und auf den Ebert- Platz ausdehnen. Für die Straßen und Gassen innerhalb der Innenstadt wird eine Granit- Pflasterung vorgeschlagen. Die hohe Anzahl der Straßen- und Platzbäume ist als Reminiszenz an den Standort und seine Baumschulen gedacht.
So kann es auch gelingen, durch das dichte Setzen von Spalierbäumen die oftmals wenig attraktiven Verbrauchermarkt- Fassaden aufzuwerten.

Die neue Friedrich- Ebert- Straße soll räumlich gefasst und mit einer dreireihigen Allee überstellt werden. Die Pinnau bildet die nördliche Innenstadtgrenze und wird somit räumlich erfahrbar in das Stadtbild integriert. Auf der Südseite wird sie durch eine Mauer gefasst, am Nordufer promenadenartig mit Sitzstufen und unter Einbezug der vorhandenen Bäume gestaltet. Die Brauerei erhält einen Biergarten und eine holzgedeckte Terrasse an der Pinnau.
Als Kompensationsmaßnahme für durch Bebauung verlorenen Hochwasserstauraum senkt sich der große Festplatz/ Parkplatz leicht zur Pinnau ab, so dass Hochwasser gegebenenfalls gezielt über die Ufer treten kann.

Verkehrskonzept
Gemäß den vorliegenden Untersuchungen ist für die Innenstadterweiterung aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Trennwirkung eine Verlegung der Friedrich-Ebert-Straße notwendig. Die verlegte Friedrich-Ebert-Straße weist einen dreispurigen Ausbau sowie Längsparkstreifen mit beidseitigen straßenbegleitenden Rad- und Gehwegen auf. Der unmittelbare Fahrstreifen ermöglicht das Herausziehen der Linksabbieger, in den zwischen den Abbiegespuren liegenden Abschnitten wird in Mittellage ein Baumstreifen angelegt. In östlicher Fortsetzung der verlegten Friedrich-Ebert-Straße vor dem Rathaus kann der Straßenquerschnitt ebenfalls auf drei Fahrstreifen (inkl. Linksabbiegespur Richtung Rathausplatz) reduziert werden. Die Erschließung der neuen Verbrauchermärkte, sowohl für die Kundenparkplätze als auch für den Anlieferungsverkehr, erfolgt teilweise über die verlegte Friedrich- Ebert- Straße sowie über den Verlauf der alten Friedrich-Ebert-Straße, die als Fußgängerzone ausgebaut wird. Die Befahrbarkeit durch Radfahrer wird sicher gestellt. Für den Lieferverkehr sowie Anlieger bleibt dieser Bereich befahrbar. Öffentliche Stellplätze sind auf dem Festplatz sowie an der Friedrich- Ebert- Straße vorgesehen. Die notwendigen Stellplätze für die Einzelhandelseinrichtung sind den Nutzungen direkt zugeordnet und in Parkdecks über den Verkaufsflächen bzw. einer zentralen Tiefgarage nachgewiesen.
Die Buslinien werden über die verlegte Friedrich-Ebert-Straße geführt. Bushaltestellen im Einmündungsbereich Elmshorner Straße/ Hochstraße und Friedrich-Ebert-Straße/Bismarckstraße sichern die Erschließung des Innenstadtbereiches.

Gestaltungskonzept
Die neuen Baufelder orientieren sich im Maßstab an vorhandene Baublöcke. Die Fassaden werden in Abschnitte gegliedert und rhythmisiert, um auch bei größeren Gebäuden einen ortsüblichen Maßstab einzuführen. Die südlichen Gebäude sind überwiegend ortstypisch mit Fassaden aus Ziegelmauerwerk konzipiert. Im Bereich der Stadterweiterung nördlich des Ebert- Platzes nimmt der Ziegelanteil ab, bleibt aber als Materialkonstante grundsätzlich erhalten. Die großflächigen Dächer der Verbrauchermärkte sind begrünt. Die Brauerei wird ihrer exponierten räumlichen und funktionalen Bedeutung entsprechend auch gestalterisch als Solitär hervorgehoben: sie liegt wie ein geschliffener Edelstein am Pinnau- Ufer und erhält in Analogie zu den Braukesseln eine Fassadenhülle aus Kupferblech.

© Petersen-Pörksen und Partner mit WES & Partner


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Blick auf den Ebertplatz


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