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Wiki zur Neugestaltung allgemein

Kurzbeschreibung
In dem Wiki Hinweise zur Neugestaltung geht es um die zahlreichen Aspekte, die die Teilnehmenden bezüglich der Neugestaltung der Pinneberger Innenstadt in die Diskussion eingebracht haben, die sich jedoch keinem der 4 Entwürfe zuordnen lassen. Die Themen reichen hier von Finanzierungsfragen bis hin zu Alternativentwürfen.
Beschreibung
In dem Wiki Hinweise zur Neugestaltung geht es um die zahlreichen Aspekte, die die Teilnehmenden bezüglich der Neugestaltung der Pinneberger Innenstadt in die Diskussion eingebracht haben, die sich jedoch keinem der 4 Entwürfe zuordnen lassen. Die Themen reichen hier von Finanzierungsfragen bis hin zu Alternativentwürfen.

Finanzierung / Planungsgrundlagen

Ein wichtiger und häufig thematisierter Punkt ist die Frage nach der Finanzierbarkeit des Großprojektes angesichts der angespannten Pinneberger Haushaltslage.

So wird angemerkt, dass es schwer falle, ein Votum für einen der Entwürfe abzugeben, solange "keine Realisierungskosten für die unterschiedlichen Entwürfe genannt wurden" (detsurfer). Angesichts der Finanzsituation "der Stadt Pinneberg mit einem aktuellen Schuldenberg von rund 100 Mio. Euro und einem jährlichen Schuldendienst von ca. 5 Mio. Euro" wäre "das Nachdenken über eine "schlankere Lösung", die der Pinneberger Finanzsituation stärker Rechnung trägt, der bessere Weg". Zumal, "wo jetzt schon kaum mehr Gelder für Schulen, Kindergärten etc da" (anonym) sei.

Zaunkönig lebt wie andere auch gern in Pinneberg und wünscht eine Verschönerung der Innenstadt, dennoch sollten die Pinneberger zunächst "den Haushalt sanieren und nicht eine neue "Baustelle" aufmachen und damit neue Schulden anhäufen". Solange kein Geld zur Gegenfinanzierung vorhanden sei, sollte "keines der vorgestellten Konzepte umgesetzt werden". Die Finanzierung gehöre zu den "entscheidenden Faktoren, die VORHER geklärt werden müssen" (Karsten)
Wer trägt die Kosten der Planung, die Kosten des Verfahrens, die Kosten der nötigen Grundstücksankäufe, fragt sich auch Hamburger: "Die Stadt stürzt sich in einen Pool aus Kosten und Aufwendungen, die in keiner Weise gedeckt sind". Es seien nur Träumereien, wenn "die Hamburger in Zukunft nach Pinneberg fahren um einzukaufen und nicht umgekehrt" (Realist).

Mehrere Nutzer finden, dass alle Planungen "ihren Reiz und ihre Schwächen" haben, aber unter zu großen Vorgaben leiden würden. Es bestünde ihrer Meinung nach aber nicht ausreichend Kaufkraft in Pinneberg, um die vorgesehenen Läden zu halten und die angegebenen Kosten von 3,2 Mio. "für die Umleitung der Friedrich-Ebert-Straße wären zu niedrig" es würden mehrere Millionen Euro Eigenmittel der Stadt hinzu kommen (z.B. für die erforderlichen Grunderwerbe, die Straßenumbaukosten zwischen Hochbrücke und Prisdorfer Str., 3 teure Brücken, Lärmschutzmaßnahmen im Zuge der neuen Umfahrung, Planungs- und Gutachterkosten). "Selbst bei anteiliger öffentlicher Förderung von ca. 60 % bleiben bei der Stadt mehrere Millionen Eigenmittel hängen" (Peter Burgdorff). Darüber hinaus "würden Zinsen und Zinseszinsen anfallen. Bei nur 4% beliefen sich allein die jährlichen Zinsen auf 1,2 Millionen. Da müsste der Umsatz schon prächtig sein, um dieses Geld über Gewerbesteuern je wieder reinzuholen" (Steuerzahler).

Wie detsurfer anführt, finde sich im Protokoll der Einwohnerversammlung vom 02. September 2010 die mehrheitliche Abstimmung darüber, dass Pinneberg nur noch Vorhaben finanziert, "die entweder zwingend notwendig sind oder nachweisbar hochrentabel" seien. Dies sei hier nicht gegeben, "allenfalls wäre ich bereit, es in die Kategorie "sinnvoll" einzuordnen. Aber auch nur dann, wenn den Planenden in der Verwaltung und in der Politik Zahlen vorliegen, die sich dahingehend interpretieren lassen, dass sich die vorhersehbaren Investitionen der Stadt in zweistelliger Millionenhöhe durch einen erheblichen Neuzufluss an Gewerbesteuereinnahmen mittelfristig amortisieren" (detsurfer). Über die Höhe der geplanten Kosten wird wenig informiert, findet auch Steuerzahler2: "Man kann aber wahrscheinlich wie bei allen größeren öffentlichen Vorhaben davon ausgehen, dass die Kosten am Ende deutlich höher werden als am Anfang geplant, dann haben wir in Pinneberg unsere Elbphilharmonie in klein".

Konkurrenzangebot der Umgebung stärker berücksichtigen

Einige Teilnehmer sehen Fehler in den Planungsgrundlagen, wie beispielsweise der "Einzelhandelsuntersuchung", die "beim Vergleich mit Städten wie Vechta oder Lohne" eine "unterdurchschnittliche Verkaufsflächenausstattung postuliert" (Steuerzahler). Diese Städte hätten jedoch keine vergleichbaren nahegelegenen Zentren wie Pinneberg, wo die Menschen einkaufen. "Die dem Pinneberger Bürger zur Verfügung stehenden Einkaufsflächen sind tatsächlich deutlich größer. Die Fachmärkte sind vorhanden. Sie sind nur nicht direkt in Pinneberg, sondern an gut erreichbaren Orten vor Pinnebergs Toren angesiedelt" (Steuerzahler). Auch andere glauben nicht daran, dass es gelingen kann, "die Innenstadt mit Mediamarkt und co. alleine wieder attraktiver machen" (Realist) zu können, wie es beispielweise in Halstenbek gelungen sei. Dafür sei die Verkehrsanbindung zu schlecht und das Angebot insdirekter Umgebung zu umfassend (z.B. Media Markt in Halstenbek und HH Nord, Makro an der Abfahrt Stellingen, Marktkauf in Prisdorf).
Von der Verwaltung wird erwidert, dass die bestehende Kaufkraft Pinnebergs "in großem Umfang aus Pinneberg abfließe, solange "fehlende Sortimente und zugkräftige Anbieter in der kleinteiligen Fußgängerzone keine Flächen zur Verfügung stehen". Die Finanzierung stehe "auf mehreren Säulen": Beteiligung der "Grundeigentümer und Projektentwickler", "Mittel der Stadt und Fördermittel", wie die "Zusagen über ca. 4 Mill aus dem laufenden Städtebauförderungsprogramm" (Rathaus).

Denkbar wäre für einige "ein Kaufhaus wie z.B. Karstadt", das es jedoch in Pinneberg mal gab, "aber wegen zu geringen Zulauf schon lange schließen musste" (unserPinneberg). Angeführt wird zudem dass "wenn die Kaufkraft an überörtliche Ketten geht, verbleibt nur ein geringer Anteil der Steuer in Pinneberg" (FanPi). Außerdem beteiligten "sich diese Anbieter auch nicht an Maßnahmen zugunsten der Stadt und des Gemeinwohls". Laut altpinneberger zeichne sich der aktuelle Innenstadtbereich "durch Leerstände und Desinteresse der Bewohner aus", somit wäre die Investition mit großen Summen hier "keine Lösung".
Laut detsurfer liege "die Absage von Media-Markt der Stadt bereits vor" und nach Absage der "Branchen-Größen" käme dementsprechend "wohl nur ein "drittklassiger Anbieter" zur Schließung dieser Lücke in Betracht".

Zusätzliche, kulturelle Angebote

Manche wünschen sich mehr Berücksichtigung anderer Nutzungsformen wie Kino, einen Saal für Theater, Konzerte etc. bei der Planung sowie größere Bedeutung des zentralen Multifunktionsplatzes für den Wochenmarkt, Jahrmarkt, Zirkus etc.

So stellt Karsten fest, dass "bei den meisten Vorschlägen zu wenig Wert auf einen zentralen Multifunktionsplatz (Wochenmarkt, Jahrmarkt, Zirkus etc.) gelegt" wird. Bei allen Plänen würde der Fokus auf neue Einzelhandelsflächen liegen, "aber andere Objekte wie ein Kino, ein Saal für Theater, Konzerte etc. hat man nicht berücksichtig". Auch Daniela fragt sich "warum wird für die Innenstadt nicht mehr für die Jugend eingeplant? Kino oder ein Laden für Konzerte, Lesungen oder Poetry Slam? Einkaufen ist ja gut und schön, aber es müsste doch auch was für die Unterhaltung getan werden". PePi52 ergänzt: "wie wäre es denn auch mit einer Disco? Es wurden doch auch die Jungendlichen angesprochen". In Bezug auf das Kino wird hingegen erwidert, dass diese Diskussion nicht neu sei und sich ein Kino in Pinneberg nicht zu rechnen scheine.

"Warum findet zum Beispiel keine einzige Veranstaltung im Rahmen des SH-Musikfestivals in der Kreisstadt des bevölkerungsreichsten Kreises im Lande statt? Die Drostei böte doch einen idealen Rahmen" fragt sich unterdessen Pinneberger Jung.

Thesdorfer ist sich nicht sicher, ob "die neu geplanten Flächen denn noch groß genug für Zirkus und Jahrmarkt sind? Oder können die dann nur noch in verkleinerter Form und demzufolge irgendwann überhaupt nicht mehr stattfinden."
Kattuhl vermisst in allen Entwürfen "Vorschläge zu einer Erweiterung des Kulturangebotes im weitesten Sinne. Wer einmal im UCI-Kino Othmarschen war, kriegt eine Ahnung davon, wie man Leute und damit Umsatz anlockt. Die jetzigen Planungen sehen aber kein Kino, keine Räumlichkeiten für Konzerte, Theater, etc. vor und mit der Brauerei nur begrenzte Gastronomie, und gerade die Brauerei würde auch unabhängig von einer neuen Innenstadt kommen." Auch andere sehen das Potential Pinnebergs eher im Ausbau des kulturellen Angebots: "Konzerte und Theaterstücke, hier gibt es zwar in Pinneberg schon einige Ansätze, aber es gibt keine richtige Halle oder Bühne. Gut finde ich hier z.B. die Tri-Bühne in Norderstedt". Derzeit fehle es zwar nicht an "tollen Stücken und Theatergruppen", Pinneberg habe aber "keine vernüftige Bühne wo sie aufgeführt werden können" (Ute).
Ingo Worm fügt hinzu "ein Theater, in dem alle diese versierten Gruppen ihre Stücke zeigen könnten, wäre wirklich notwendig! Peinlich für Pinneberg, so was in einer Turnhalle sehen zu müssen!"

Da laut Leo J. Heinl Verkaufsflächen allein die Innenstadt nicht attraktiv machen, müsse "ein Gesamtkonzept entwickelt werden, wie die Innenstadt auch durch kulturelle und gastronomische Angebote nachhaltig zum Leben erweckt wird. Dafür könnte die Erfahrung erfolgreicher Center-Manager wie z. B. ECE sicherlich bei den städtischen Planungen weiterhelfen".

Einbindung der bestehenden Einzelhandelsangebote

Wichtig ist vielen Nutzern auch die Einbindung der bestehenden Einzelhandelsflächen in die Neugestaltung der Pinneberger Innenstadt.

So merkt Karsten kritisch an, dass "die meisten Vorschläge vorhandene schon vorhandene Einzelhandelsflächen bzw. Passagen (Pinnau Center, Passage am Markt (ex Iduna) einfach links liegen" ließen und sie nicht mit einbeziehen. Andere fragen sich in Bezug auf die Einzelhandelsuntersuchung, was mit den Firmen Kunstmann und Glindmeyer sowie dem Kreissparkassengelände passiert. Auf wenig Gegenliebe stößt der Gedanke an "weitere Ketten, (kik, Aldi, Deichmann, Kleidung für ganz Junge, Handys); sie sind überall zu finden, uniform, langweilig, bieten alle dasselbe" (PePi52).
Von mehreren Teilnehmern wird angemahnt, beispielsweise die Pinneberger Altstadt, die untere Dingstätte, Pinnaucenter sowie den gerade erst mit "480.000 ¤" (Hamburger) sanierten Lindenplatz stärker in die Planung miteinzubeziehen und folglich zu beleben. Denkbar sei, so Nutzer pinnau, auch eine "Überdachung der Fußgängerzone wie in Langenhorn" oder die "Zusammenlegung von Einzelhandelsflächen, um Flächen von mehr als 1500 qm zu schaffen". So gehe doch laut Teilnehmer anonym die Neugestaltung der bisherigen Innenstadt in "die richtige Richtung! (...) Eine Passage von Kunstmann zurück zur Volksbank würde die unter Dingstätte beleben. Eine Ausweitung der Innenstadt Richtung Markt wird die gewiss nicht tun." Zu bedenken sei auch laut Rau, dass "bereits 10% der Bevölkerung via Internet"kaufe. Diesen Hinweis findet auch Manfred Stache wichtig: "Besonders im Bereich der Unterhaltungselektronik entwickelt sich da derzeit eine Menge. Media-Markt z.B. investiert inzwischen immer mehr in diesen Bereich. Das könnte die an anderer Stelle in diesem Forum geäußerte Befürchtung untermauern, dass jetzt geplante Einzelhandelsflächen in 15 Jahren vielleicht schon wieder leer stehen".

Hamburger macht sich Sorgen, wie sich die eingesessenen Einzelhändler und die neuen Anbieter bei dieser Neugestaltung verträgt und befürchtet angesichts des bereits bestehenden Leerstandes, dass bei den vorgestellten Konzepten "die Neuen auf Kosten der Alten leben, es sich gut gehen lassen und nur noch sich selbst im Sinn haben. Verdrängung statt gesundem Wettbewerb". Pinneberger Jung hält dagegen, es gebe in der jetzigen Einkaufsmeile "kaum Geschäfte für junge Leute, kein Geschäft, in dem man einfach mal ein paar Nägel oder eine CD kaufen könnte, kein nettes Café, etc." und fragt sich, ob "ein neues Angebot Nachfrager in die Stadt führt und davon dann auch die alten Geschäfte profitieren?" Dies sei durchaus möglich, so Hamburger, wenn "sie nicht 500 m Luftlinie überbrücken müssen. Das Neue in das Alte integrieren. Unmittelbar nebeneinander. Dann würden, wie sie richtig bemerkt haben, beide profitieren". Auch PKasch ist überzeugt, dass bestehende Geschäfte "gut mit diesen Marktführern in der Nachbarschaft leben können". So "hätten die Kunden die Möglichkeit des direkten Preisvergleiches!". Leider hätten viele Anbieter von Pinneberger Gewerbeflächen "es offensichtlich nicht nötig, etwas für die Vermietung ihrer leerstehenden Flächen zu tun, siehe Leerstand Gloyer, siehe Leerstand ehemals Schuhhaus Worm" (PKasch).


Hervorhebung der Pinneberger Wahrzeichen / Historie

Zu Bedenken gegeben wurde darüber hinaus, dass die wenigen historischen Gebäude wie beispielsweise das Stadtmuseum bei der Planung zu wenig Beachtung fänden: "Keiner der vorgestellten Pläne berücksichtigt die Pinneberger Altstadt" (Hamburger). So wird von Pinneberger Jung vorgeschlagen, "die Drosteivorplatzgestaltung auf das Stadtmuseum auszuweiten, ggf. unter gleichzeitiger Miteinbeziehung des alten KSK-Gebäudes und des schönen ersten Hauses im Rübekamp", um ein historisches "Ensemble" zu bilden, "das zum einen die einseitige Fixierung auf die Drostei überwindet und zum anderen ein wenig Altstadtatmosphäre aufkommen ließe". Laut Helene sollten historische Bauten sollten "tatsächlich stärker einbezogen werden, denn sie sind es doch, die das lokale Erscheinungsbild spezifisch machen".
Auch FanPi plädiert für einen Erhalt der historischen Bauten und eine Neubelebung des Bereichs untere Dingstätte, Koppelstraße, Schulstraße, Rübekamp: "Die Revitalisierung dieses Bereiches unter Erhalt der historischen Substanz fehlt (außer Dingstätte) in den Konzepten".

Laut Astrid Budszus gab es zuvor erste Planungen von Arch. Siebertz und Verkehrsplaner Lange, die "aus eigenen Berechnungen und Orientierungen der vorhandenen natürlich gewachsenen Gegebenheiten der Altstadt Pinneberg verwertbare Vorschläge" machten, die "die Bahnhofstraße, Schauenburgerstraße Koppelstraße und Rübekamp" berücksichtigten, die FES zweispurig gestalteten, die "renaturierte Pinnau mit Bänken zum Verweilen bzw. Ausruhen" ausstatteten und den "alten Marktplatz pflasterten und rundherum begrünt" herrichteten. Leider fand, so Astrid Budszus weiter, "das Förderprogramm "Altstadtsanierung" (bis zu 80 % Kostenerstattung), mit dem das Interesse der Eigentümer der Altbauten in Pinnebergs Innenstadt hätte geweckt werden können, beim Bauamt Pinneberg kein Gehör."
Andreas Schmidt schlägt im Zuge dessen vor, den Rathausbunker - ein "kaum bekanntes Relikt des "Kalten Krieges" - zu musealen Zwecken zu nutzen und "Besuchern zugänglich zu machen, vielleicht als Außenstelle des Stadtmuseums".

Gestaltung neuer Stadträume/Gebäude

Mit dem Beitrag "Mutig ran an die Umsetzung" begrüßt Teilnehmer/in Wolke die Neuentwicklung Pinnebergs und freut sich auf die Umsetzung: "Schön, dass überhaupt was passiert" (Wolke)
Quellentaler beschreibt als Anregung für die Innenstadtgestaltung den Limbecker Platz in Essen. Ein solcher Einkaufstempel würde Platz sparen, attraktiv sein und Raum für eine tolle Stadtgestaltung lassen: Sollen "die Menschen wieder gerne nach Pinneberg kommen (wie vor 20 Jahren, als ich mit meiner Familie hier hin zog), wäre jede mutige Neugestaltung unserer Stadt ein Gewinn".

Laut FanPi scheinen alle 4 Büros "ihr Handwerk zu verstehen und bringen durchaus neue interessante Ideen ein". Das "Hauptproblem" des Prozesses seien die zu großen Vorgaben der Stadt Pinneberg. Diese würden dazu führen, dass "gravierende Mängel" in den Entwürfen auftreten, wie zum Beispiel "die Verlegung der Friedrich-Ebert-Straße und der großflächige Einzelhandel" als auch, dass "einige Gebiete der jetzigen Innenstadt nicht zum Plangebiet gehören und deshalb entsprechend der Vorgabe komplett vernachlässigt worden sind".
Klaus-Jürgen Bahrke schlägt indes eine Umgestaltung des Drosteivorplatzes zum Rübekamp mit einer "großzügigen Treppenanlage für Theatervorführungen und ähnliches auf der Dingstätte" vor, während "die VR-Bank aus dem jetzigen Parkplatz eine Einkaufspassage machen und die Friedrich-Ebert-Str. sollte nicht geändert werden" sollte. Der Marktplatz sollte seiner Meinung nach nicht bebaut werden, da er "für die nächsten Generationen unverzichtbar" sei.

In Bezug auf die neuen Gebäude wurde von Katthul ein ökologisches Konzept zur Energieversorgung vorgeschlagen. So vermisst er "bei allen 4 Entwürfen ein ökologisches Konzept zur Energieversorgung dieser ca. 20 000 qm Gebäudeflächen, also etwa ein Blockheizkraftwerk, Solartechnik oder sogar eine Nutzung der Wasserkraft der Pinnau."
Damit riskiere man jedoch "die Notwendigkeit einer späteren Neuplanung, da eine Bezuschussung aus öffentlichen Mitteln, wenn nicht sogar die Genehmigungsfähigkeit überhaupt, bei der jetzigen Stimmung in sehr naher Zukunft mit Sicherheit von einem Energiekonzept abhängig gemacht werden wird, und ein paar Alibi-Solarzellen über einem Parkdeck werden dann eher nicht reichen".

Zudem hat er weitere Vorschläge zur städtischen Neugestaltung:
"1. Verzicht auf die Verlegung der FES, eine spätere Entschärfung kann durchgeführt werden, wenn die Westumgehung den Straßenzug entlastet. Beispiel: Bahnhofstr. nach Fertigstellung der Verbindungsstr.
2. Als Kontrapunkt zur alten Drostei und zum "mittelalten" Rathaus Bau eines modernen Veranstaltungskomplexes auf dem Gelände der alten KSK. Kern wäre ein Kino, bei dem einzelne Säle multifunktional auch für Theateraufführungen, Konzerte oder Bürgerversammlungen zu nutzen wären.
3. Wenn der Wochenmarkt tatsächlich citynah verlagert werden soll - wofür einiges spricht- könnten zusätzliche Flächen durch Absenkung und ggf. Verbreiterung der Fußwege im unteren Teil der Strasse " Am Drosteipark" geschaffen werden.
U.U. könnte auch durch schonende Verpflasterung mit Lochsteinen eines kleinen Teils der Rasenfläche des Drosteiparks Markt und z.B. Weinfest quasi rund um die Drostei herum führen.
4. Bert Meyer wird auf der VR-Parkplätzen etc zwischen FES und Dingstättenzeile angesiedelt.
5. Der Marktplatz dient als Parkplatz für das Veranstaltungszentrum, MacDonalds und die Brauerei, die am bisher geplanten Standort bleibt, und wird durch eine Fußgängerbrücke über die Pinnau an das Gelände der KSK angeschlossen" (Katthul).

Nutzer Pinnau würde durch den Abriss der Feuerwache Parkplätze ( Parkhaus ) im Innenstadtbereich schaffen. Die Feuerwehr hingegen könnte "dann mit einer neuen Unterkunft zusammen mit dem Rettungsdienst auf dem Marktplatz" gebaut werden. Der Rettungsdienst suche schon "länger neue Abstellflächen für seine Fahrzeuge und Diensträume. Ferner könnte man auf dem Schulparkplatz ( Hofweg ) ein Parkhaus bauen, die Lehrer können demnächst auf den Parkplätzen vom Kreishaus parken das fällt ja an die Stadt zurück".

Andere wie Quellentaler können sich unterdes Kombination verschiedener Entwürfe vorstellen.
Laut Herrmann zeigten "alle Entwürfe sehr gute Ansätze". Wenn die Vorteile aller Entwürfe in einem Entwurf zusammentragen würden, "können wir doch in Pinneberg eine tolle Entwicklung anstoßen. Die Pinnau in der Mitte zu beiden Seiten aufweiten und einen kleinen See schaffen, Verweilflächen an der Nord-Ost-Seite mit einem Brauerei-Hotel direkt an der umgeschwenkten neuen FES als Allee schaffen, nördlich davon die Multifunktionsfläche für den Jahrmarkt z.B., zu den südöstlichen Einzelhandelsgeschäften eine Brückenverbindung, vielleicht überdacht. Die Liefer- und Bus-Einbahnstraße teilweise über die alte FES als "Versorgungstrasse" der Neuen Mitte, zwei klare Einkaufspassagen-Strukturen, eine vielleicht als spätere Überdachungs-Option. Den Marktplatz zwischen Rathaus-Passage und Drostei mit kleinen Verweilflächen. Alle Stellplätze unterirdisch wie das erfolgreiche Konzept der Rathaus-Passage".

Die Rolle der Pinnau

Als positiv wird von vielen Teilnehmenden die Idee gesehen, die Pinnau stärker in den Mittelpunkt zu stellen und zu beleben. So ist beispielsweise Pinneberger Jung "besonders von der Idee angetan, dass die Pinnau als Innenstadtfluss belebt und in den Mittelpunkt gestellt werden könnte". Das "Alleinstellungmerkmal" für Pinneberg, so Katthul, gegenüber dem Stadtzentrum Schenefeld oder Elmshorn seien gerade die "Pinnaupromenaden in allen Formen, Farben und Varianten".

Auch Teilnehmer Apotheker befindet es als positiv, wenn bei der Planung "die Pinnau als nördliche Innenstadtgrenze" definiert und stärker in das Stadtbild integriert wird, "ohne die vorhandenen ortsbildprägenden Grünstrukturen beidseitig der Pinnau vollständig zu zerstören". Die neue Einkaufsstadt Pinneberg sollte kurze Wege aufweisen und "die im Vergleich zu Baumasse und Bestand maßstäbliche und einigermaßen verkehrslärmgeschützte Freiräume anbieten. "Durch die Wasserflächen der Pinnau mit Überflutungszone könnte das eine sehr gesuchte Lage für höherwertige Eigentumswohnungen werden. Das würde gute Verkaufserlöse bedeuten für die Stadt", ist sich Udo Kellermann sicher. PePi52 hingegen findet, "die Pinnau muss keinesfalls gestalterisch aufgewertet werden, beließe man sie in ihrer Natürlichkeit, wäre sie am schönsten". W. Grube mag den Entwurf, der "die Pinnau in ein gutes Licht stellt und dem Stadtnamen endlich eine bessere Bedeutung gibt".

Astrid Budszus sieht insbesondere bei der Planung rund um die Pinnau jedoch noch einige Widersprüche: "einerseits wird die Pinnau wünschenswert herausgestellt, andererseits werden die Ufer künstlich zugebaut. Pinnebergs Kleinstadt-Charakter geht dadurch gänzlich verloren". Karsten macht sich hingegen Sorgen um die nötige Pflege des Areals an der Pinnau, die langfristig gewährleistet werden müsste: "Es sollte auch immer an die Pflege und die Nutzung gedacht werden. Grillen/Picknick an der Pinnau, ältere Leute die Enten füttern, Jugendliche die ihren McDo Müll in die Pinnau werfen?!" Es sei zu befürchten, dass er schnell "verkommen" wird.

Zukünftige Verkehrsgestaltung

Eines der immer wiederkehrenden Themen ins der Diskussion war die Art der neuen Verkehrsgestaltung in der Pinneberger Innenstadt. Dabei dreht es sich einerseits um die mögliche Verlegung der Friedrich-Ebert-Straße, andererseits um die als dringend angesehene Westumgehung und darüber hinaus um die Parkmöglichkeiten.

Befürchtet wird beispielsweise vom Nutzer Piwohner, dass durch die neue Straßenführung um den Marktplatz herum der bereits heute starke Verkehrsfluss noch verstärkt würde und für die Innenstadt zunächst eine Entlastung über die Westumgehung geschaffen werden sollte.
Auch unserPinneberg meint, "alle 4 Entwürfe sehen eine Verlegung der Friedrich-Ebert-Str. vor, dies ist aber nach den Gutachten nur möglich wenn vorher die Westumgehung voll einsatzfähig ist". Diese würde aber, so Rau, noch lange nicht fertig: "Seit ca. 50 Jahren(!) plant und baut die Stadt Pinneberg eine Umgehungsstrasse (Westumgehung);". "Bringt doch erst einmal das Projekt Westumgehung ins Laufen", findet auch Realist, "dann haben wir auch weniger Verkehr in der Innenstadt und dann kann man sich überlegen, die FES zu verkleinern und das Gebiet um die ehemalige Kreissparkasse bis hin zur Pinnau neu zu gestalten".

Für Klaus-Jürgen Bahrke ist eine Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße unrealistisch. Nach Peter Burgdorffs Meinung könne die an ihrer Stelle verbleibende "FES als nördliche Grenze einer Überplanung der Innenstadt ausreichend Möglichkeiten bieten, Pinneberg so ergänzend zu gestalten, dass den Einkaufsbedürfnissen seiner Bürger in einer Stadt im Einzugsgebiet einer Weltmetropole Rechnung getragen wird". Eine Verlegung der FES würde nach Ansicht von PePi52 "den Verkehrsfluss in jedem Falle verschlechtern. Was von der FES käme, müsste über die Elmshorner Straße geleitet werden und würde den Stau vor der Ampel dort verlängern, umgekehrt (von der Hochbrücke her) natürlich genau so. Auch ein Rückbau würde das bewirken, was von Rellingen her schon bekannt ist".
Obwohl die Verlegung der Friedrich-Ebert-Straße seiner Meinung nach "sinnlos" sei, denkt FanPi, dass die Reduzierung der Breite derselben Straße dennoch eine gute Idee sei. Auch Ingo Worm hält "eine Weiterführung der Strasse 2- spurig an der jetzigen Nordspur" für eine gute Lösung: "Der gewonne Platz ( ca. 6 m auf ganzer Stecke) reicht aus, um mit dem VR- Bank Areal eine große Lösung für diesen Teil der City zu ermöglichen. Eine Erlebbarkeit der Pinnau ließe sich ebenso herstellen, denn das Brauhaus würde durch die neue Fußgängerbrücke genauso angebunden sein, die Ebertstrasse dann 2- spurig auch gut zu überwinden für Fußgänger". Udo Kellermann findet ebenfalls die "Verkleinerung der FES auf zwei Spuren sehr reizvoll. Dabei kann ich mir eine Einbahnstraßenlösung vorstellen, die sich als Ringstraße um die gewachsene Innenstadt darstellt; im Uhrzeigersinn FES/Verbindungsstraße/Moltkestraße/Schau enburgerstraße/Elmshornerstraße/FES".
Seiner Ansicht nach sollte die" Bahnhofstraße zwischen FES und Moltkestraße und die Straße Am Drosteipark zur Fußgängerzone werden. Von dem Investor Altes Kreishaus könnte die Stadt ein Parkhaus oder eine Tiefgarage verlangen".

Leo J. Heinl begrüßt ausdrücklich "die Verschwenkung der Friedrich-Ebert-Straße und deren Rückbau". Es sei "schlicht anachronistisch, dass - wie heute - der gesamte Durchgangsverkehr eingeladen wird, auf vierspurigen Achsen durch das Stadtzentrum zu fahren. Durchgangsverkehr gehört auf Umgehungsstraßen, nicht aber auf die innerstädtischen Straßen". Auch für ihn habe die Pinneberger Westumgehung jedoch absolute Priorität, ohne die wären "sämtliche innerstädtische Planungen schöne Pläne, die bei Realisierung aber mit Sicherheit im Verkehrschaos enden würden. Pkw- und Lkw-Verkehr von z. B. den BAB-Anschlüssen in Pinneberg-Nord oder Rellingen nach z. B. Prisdorf oder Appen hat nicht durch das Pinneberger Stadtzentrum fließen, sondern schneller und problemloser - endlich - über die Westumgehung".

"Wenn der Verkehr an den neuen Kreuzungen Hochbrücke und Elmshorner-Straße/Friedrich-Ebert- Straße flutschen soll, gehören da" laut Quellentaler "Kreisel hin". Diese seien aber in keinem der Entwürfe enthalten. Herrmann vermisst in der Konzeption Fahrradstellplätze: "Meines Erachtens sollte diese Stadtgröße dieses Verkehrsmittel ganz stark mit einbinden, da man normalerweise mit dem Fahrrad genau diese Stadtentfernungen gut, schnell und günstig bewältigen kann, auch als untrainierter Mensch".

Parkraum hingegen sei, so Leo J. Heinl, "in allen Entwürfen (wohl ausreichend) vorgesehen. Aufgrund der auch hierfür erheblichen Investitionen wird der jedoch sicherlich nicht kostenlos angeboten werden können". Dies sei dann jedoch ein Nachteil gegenüber "den heutigen Einkaufslagen in Elmshorn, Prisdorf und Rellingen, die aber kostenfreien Parkraum zur Verfügung stellen. Wer bei MediaMarkt in Rellingen seinen neuen Fernseher oder seine neue Waschmaschine kauft, kann mit seinem Auto direkt an die Laderampe fahren. In der neuen Innenstadt muss er aber seine Einkäufe erst zum Parkhaus schleppen".
In allen Konzepten fehle, so Udo Kellermann, "eine Öffnung der Barriere Bahn z.B. durch einen neuen Tunnel". So könnte man auch prüfen, "ob die Moltkestraße per Tunnel mit der Straße An der Mühlenau verbunden werden kann. Das wäre eine echte Verbesserung! Dadurch würden auch die dortigen Gewerbeflächen attraktiver und könnten evtl. zu mehr Einnahmen aus Gewerbesteuer führen".


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