Hinweise zur Neugestaltung

Kaufkraftbindung?

von FanPi am 27.05.2011 | 19:13 | Kommentare: 0 |

Welche Begründung gibt es für die Umgestaltung und Erweiterung der Innenstadt? Das Rathaus argumentiert nicht so sehr mit den Bedürfnissen der Einwohner (wo dieses Argument doch kommt, ist es falsch, z.B. gibt es keinen Mangel an Schuhgeschäften), sondern mit dem Argument der Kaufkraftbindung in Pinneberg. Aber warum ist es notwendig Kaufkraft in der Stadt zu binden, wem hilft es und ist es überhaupt zu erreichen? Falls ja, ist dies die dafür notwendige Maßnahme? Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden. Die Antworten sollten einer kritischen Überprüfung standhalten.

Einige Anmerkungen: Kaufkraft ist in Pinneberg ohne jeden Zweifel vorhanden, sicherlich sogar etwas überdurchschnittlich. Diese landet aber bisher nicht etwa ungenutzt auf Sparkonten, sondern wird schon jetzt umgesetzt. Zum Teil in der Pinneberger Innenstadt, zum Teil in Außenbezirken (Famila, Aldi, Lidl, u.a.), zum Teil in den Nachbarorten (Marktkauf in Prisdorf, Wohnmeile in Halstenbek, Schenefeld-Zentrum), aber auch in Hamburg, das bequem zu erreichen ist (sowohl die City, als auch z.B. das EEZ) . Für einige selten gekaufte, hochwertige Güter kann dies auch notwendig sein, den täglichen Bedarf kann man in jedem Fall schon jetzt in Pinneberg decken. In vielen Fällen wird aus praktischen Gründen (Arbeitsplatz) in Hamburg eingekauft, in anderen Fällen aufgrund des Shopping-Erlebnisses.
Die Aussichten einen nennenswerten Anteil dieser Kaufkraft nach Pinneberg zu ziehen sind begrenzt; insbesondere, wenn in Pinneberg nicht die erwähnten Marktführer angesiedelt werden, sondern zweit- oder drittrangige Anbieter. Bleibt trotz dieser Umstände zusätzlich etwas Kaufkraft in Pinneberg hängen, stellt sich die Frage, ob dies außer den Anbietern (in der Regel auswärtige Konzerne) jemandem einen Vorteil bringt. Sicherlich werden einige Arbeitsplätze geschaffen (vorwiegend Minijobs), aber die fallen dann sicherlich im Umland weg. Die Steuereinnahmen der Stadt steigen auch nicht wesentlich. Neben einer geringen Steigerung der Grundsteuer, ist vor allem eine etwas höhere Gewerbesteuereinnahme möglich. Diese wird aber gering ausfallen, da zu erwarten ist, dass hauptsächlich auswärtige Ketten diese Gewinne erzielen. Natürlich können auch die eingesessenen Firmen profitieren, wenn durch die Attraktivitätssteigerung insgesamt mehr Besucher nach Pinneberg strömen. Diesen Effekt sollte man aber nicht zu hoch ansetzen. Dann sollte man auch betrachten, welche bisher schon in Pinneberg vorhandenen Betriebe einfach nur ihren Standort wechseln und dann an anderer Stelle Leerstand hinterlassen. Alle diese Aspekte gilt es neutral abzuwägen, bevor man eine Entscheidung trifft, die Pinneberg in diesem Umfang verändern wird und in jedem Fall viel Geld kostet.

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